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Verfolgung · 22. Oktober 2026

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Überlebende fordern Öffnung der Archive und Anerkennung des Leids in ehemaligen Frauenreformatorien

A dirt road lined with tents and shacks
‪Salah Darwish / Unsplash

Überlebende des Patronats zum Schutze der Frau haben offiziell vom Staat und von der katholischen Kirche gefordert, über ein rein symbolisches Verzeihen hinauszugehen. Die Betroffenen verlangen eine vollständige Anerkennung der Geschehnisse in diesen Einrichtungen sowie die Offenlegung der Wahrheit durch die Freigabe aller relevanten Archivbestände. Diese Forderung wurde während einer Anhörung vor einer Untersuchungskommission des katalanischen Parlaments erhoben, die sich erstmals in Spanien formell mit der Unterdrückung in diesen Anstalten befasst. Die Zeuginnen betonten einstimmig, dass sie weder Großzügigkeit noch Wohltätigkeit benötigten, sondern ausschließlich die historische Wahrheit. An der Sitzung nahmen Vertreter aller politischen Parteien teil, wobei drei konservative Gruppierungen der Veranstaltung fernblieben. Die Überlebenden erschienen begleitet von zahlreichen Familienangehörigen und Vertretern einer Vereinigung, die sich der Unterstützung der Repressionsopfer widmet.

Die Zeuginnen beschrieben die Einrichtungen als Gefängnisse für Sünden, in denen es keine gerichtlichen Verfahren und keine verurteilenden Beweise gab. In diesen Reformatorien wurden junge Frauen inhaftiert, weil sie die moralischen Vorstellungen des ehemaligen Regimes und der katholischen Lehre ablehnten. Zu den Betroffenen zählten lesbische Frauen sowie schwangere Frauen, die nicht verheiratet waren. Eine Zeugin erklärte, dass in diesen Anstalten selbst Handlungen bestraft wurden, die gar nicht begangen worden waren. Die Inhaftierung erfolgte in den meisten Fällen auf Betreiben der eigenen Familien. Den jungen Frauen wurden physische und psychische Strafen auferlegt, während der Alltag von Schweigen, Gebet und Arbeit geprägt war. Dieses System zielte darauf ab, die Persönlichkeit der Insassen vollständig zu vernichten und sie zur Unterwerfung unter die Doktrin zu zwingen.

Die Einrichtungen unterstanden dem Justizministerium und operierten von 1941 bis 1985 während der Diktatur. Die Zeuginnen stellten fest, dass der Staat und die Kirche dabei in enger Absprache handelten. Verschiedene religiöse Orden fungierten als ausführendes Organ der staatlichen Institution. Während der Staat die Freiheitsentziehung vollzog, übernahm die Kirche die ideologische Indoktrination. Die Insassen mussten unbezahlt und unter Zwang für verschiedene kommerzielle Unternehmen arbeiten. Genannt wurden dabei ein Hersteller von Kugelschreibern, ein Bekleidungsunternehmen, eine Keksfabrik sowie ein großes Kaufhaus. Eine Überlebende forderte explizit eine finanzielle Entschädigung für die geleistete Arbeitszeit. Das Ziel der aktuellen Untersuchung ist es, diese historische Unterdrückung schließlich vor die Justiz zu bringen und rechtliche Konsequenzen zu erwirken.