Weltkirche · 30. September 2026
Papst Leo XIV ruft in Lourdes zur Umkehr und Buße auf
Papst Leo XIV feierte am Sonntag, den 27. September, eine Messe in Lourdes im Rahmen seiner fünften apostolischen Reise nach Frankreich. Bei dem Gottesdienst unter freiem Himmel im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Lourdes sprach das Oberhaupt der Kirche zu Pilgern aus Frankreich und aus der ganzen Welt.
In seiner Predigt stellte der Papst die Umkehr in das Zentrum. Er betonte, dass die Zeit für die Umkehr jetzt sei und nicht erst morgen. Laut Leo XIV bedeutet Umkehr, die Wege zu verlassen, auf denen der Mensch sich verirrt hat, und zum Gott zurückzukehren, indem man das Herz für eine dauerhafte Freude öffnet.
Der Papst thematisierte die Bedeutung von Lourdes als einen Ort, an dem die Würde des Menschen auch in Krankheit, Leid und Alter bestätigt wird. Er bezeichnete die Grotte von Massabielle als einen Ort christlicher Hoffnung gegenüber aktuellen Strömungen, die den Wert des menschlichen Lebens in Zeiten von Krankheit und Alter neu definieren wollen. An die anwesenden Kranken und Menschen mit Behinderungen richtete er die Worte, dass ihre Schwächen, Rollstühle und Tränen keine Hindernisse seien, sondern Orte, an denen sie respektiert und willkommen geheißen werden.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Buße, die Leo XIV als eine Tat der Liebe und Solidarität mit der menschlichen Familie beschrieb. Er erklärte, dass Buße nicht nur für die eigene Person, sondern auch für andere Sünder und eine sich verirrende Welt geschehen solle. In diesem Zusammenhang verwies er auf die aktuellen Kriege und Konflikte, die unschuldige Leben zerstören, und forderte eine Veränderung der menschlichen Herzen.
Der Papst betonte zudem, dass die Aufforderung zur Umkehr auch die Kirche selbst betreffe. Die Kirche müsse den Mut haben, mit sich selbst zu beginnen, eigene Fehler anzuerkennen und sich reinigen zu lassen, um tiefe Wunden und Untreue zu heilen. Er zitierte in diesem Zusammenhang den heiligen Augustinus mit den Worten, man solle nicht zufrieden mit dem sein, was man ist, wenn man das werden will, was man noch nicht ist.
Den Kranken, die laut dem Papst im Herzen der Kirche stehen, riet er, ihre Prüfungen und Schmerzen mit dem Leiden Christi zu vereinen und so am Erlösungswerk der Welt teilzuhaben. Abschließend bezeichnete Leo XIV die Freude der Hoffnung inmitten von Leid als das Wunder von Lourdes. Er forderte die Pilger auf, als Missionare der Hoffnung in ihre Heimatländer, Bistümer und Familien zurückzukehren und Zeugen göttlicher Kraft zu sein.