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Weltkirche · 2. Oktober 2026

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Papst Leo XIV. fordert Dialog zwischen Russland und der Ukraine zur Beendigung sinnloser Kriege

Papst Leo XIV. hat am 28. September während seines Rückflugs von Metz nach Rom mit über 80 Journalisten über seine pastorale Reise nach Frankreich sowie über globale soziale und ethische Themen gesprochen.

Der Papst betonte die Notwendigkeit, dass die Führungspersönlichkeiten von Russland, der Ukraine und anderen Nationen sich an einen Tisch setzen, um Lösungen durch Dialog zu finden. Er bezeichnete die Fortführung dieser Kriege als sinnlos und erklärte, dass die Kirche die Verantwortung trage, Werte der Menschenwürde und die Bedeutung des Lebens zu fördern. In Bezug auf die Rüstungsindustrie kritisierte er, dass Milliarden von Dollar in Waffen fließen, die stattdessen zur Bekämpfung von Welthunger, Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit eingesetzt werden könnten. Er forderte, mehr in Gesundheit und Bildung und weniger in Waffen zu investieren.

Zum Thema sexueller Missbrauch innerhalb der Kirche sprach der Papst über die systemische Natur dieser Taten. Er stellte klar, dass Missbrauch primär ein menschliches Problem sei, das jedoch eine zusätzliche Dimension gewinne, wenn es in der Kirche geschehe, da das Glaubensleben der Betroffenen schwer verletzt oder vollständig zerstört werde. Er präzisierte, dass er persönlich eine andere Ausdrucksweise bevorzuge, aber einräume, dass bestimmte Organisationen innerhalb der Kirche Missbrauch wie ein System ausübten.

In einer Diskussion über die Sterbehilfe in Frankreich und die Trennung von Kirche und Staat erklärte der Papst, dass er die Grenze zwischen Kirche und Politik nicht überschritten habe. Er betonte, dass die Kirche nicht in die Politik interveniere, wenn sie über die Verteidigung des Lebens oder die soziale Lehre spreche, sondern das Evangelium auf das Leben der Menschen anwende.

Bezüglich der künstlichen Intelligenz äußerte der Papst, dass die Bedenken von Experten ernst genommen werden müssten. Er verwies auf widersprüchliche Aussagen des Leiters von Nvidia über Schutzmechanismen und staatliche Regulierung. Der Papst rief politische Führer, Pioniere der Technologie und soziale Organisationen zu einem gemeinsamen Dialog auf. Der Heilige Stuhl arbeite daran, sicherzustellen, dass künstliche Intelligenz die Menschheit nicht vernichte oder aus dem Dialog verdränge.

Auf die sinkenden Mitgliederzahlen der Kirche in Deutschland reagierte der Papst optimistisch. Er verglich die Situation mit früheren Einschätzungen über Frankreich und zeigte sich überzeugt, dass viele Menschen in Deutschland ihren Glauben als Christen und Katholiken feiern wollen, sofern ein echter Missionsgeist und die richtigen Ansätze gefunden werden.

Abschließend erwähnte der Papst seine Erfahrungen in Lourdes, wo er die Wiederherstellung der Würde von Kranken und älteren Menschen sah, sowie seine Begegnung mit 80.000 Jugendlichen im Stade de France in Paris. Für seine zukünftigen Reisen bestätigte er die Teilnahme am Weltjugendtag in Südkorea im nächsten Jahr.