Weltkirche · 22. September 2026
Bischöfe fordern Erneuerung der Gemeindeseelsorge und Katechese in kleinen Gruppen
Die polnischen Bischöfe haben in einem Brief die Erneuerung der Gemeindeseelsorge gefordert. Die Gemeinden sollen sich zu Orten der Begegnung entwickeln, anstatt lediglich religiöse und administrative Funktionen zu erfüllen.
Die Geistlichen appellieren darin, dass Gemeinden nicht als Ämter, sondern als Räume für authentische Begegnungen mit Gott und den Mitmenschen wahrgenommen werden sollten. Diese Ausrichtung soll insbesondere auch Menschen offenstehen, die suchend sind oder eine Distanz zum Glauben haben.
Ein zentraler Bestandteil dieser Erneuerung ist die Gemeindekatechese. Die Bischöfe betonen, dass diese nicht als Wiederholung des Religionsunterrichts in der Schule dienen darf. Stattdessen soll die Katechese vor allem in kleinen Gruppen stattfinden, in denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene ohne Masken sprechen, Probleme teilen und gemeinsam beten können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem persönlichen Glaubenszeugnis. Teilnehmer solcher Treffen sollen Seelsorger und Animateure kennenlernen, die den Glauben nicht nur lehren, sondern durch ihr eigenes Leben vorbildhaft praktizieren. Die Bischöfe fordern die Seelsorger auf, mutig neue Wege zu gehen und vom Modell der Gemeindeverwaltung zu einer aktiven Evangelisierung überzugehen.
In dem Schreiben wird auf Frankreich verwiesen, wo an der diesjährigen Osternacht über 21.000 Personen getauft wurden. Dies entspricht einer Steigerung von fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter den neuen Gläubigen überwiegen junge Menschen der Generation Z, die oft nicht in gläubigen Familien aufgewachsen sind. In ihren Berichten spielte das persönliche Zeugnis von Freunden, Eltern, Großeltern, Priestern und Katecheten eine wichtige Rolle.
Die Bischöfe stellen fest, dass Säkularisierung kein endgültiges Urteil sein muss. Sie könne vielmehr ein Ruf sein, Gemeinschaften aufzubauen, in denen der Glaube nicht nur als Wissen vermittelt, sondern als Erfahrung einer Begegnung erlebt wird. Die Erneuerung der Katechese wird dabei nicht als zusätzliche Last, sondern als Chance gesehen, zur Essenz der Berufung als Zeuge zurückzukehren.