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Weltkirche · 15. September 2026

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Weltweite ökumenische Friedenskonferenz fordert Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Nord- und Südkirchen

brown and white concrete house near green grass field under blue sky during daytime
Xavier von Erlach / Unsplash

Die Weltkirchentag für den Frieden 2026, die gemeinsam vom World Council of Churches, dem Christian Conference of Asia und dem National Council of Churches in Korea organisiert wurde, endete am 13. September in Seoul. Etwa 300 Personen aus weltweiten Kirchen sowie aus Friedens- und Menschenrechtsbewegungen nahmen an der fünf Tage dauernden Veranstaltung teil. Die Teilnehmenden berieten über den Frieden auf der koreanischen Halbinsel, Abrüstung, Kernwaffenfreiheit sowie globale Konflikte.

Am 11. September wurde die Seoul Friedenserklärung verabschiedet. In diesem Dokument wird Frieden nicht bloß als Abwesenheit von Krieg definiert, sondern als ein Prozess, der Gerechtigkeit, Heilung und Versöhnung beinhaltet. Die Erklärung fordert den Übergang von einem Waffenstillstand zu einem dauerhaften Friedenssystem auf der koreanischen Halbinsel, die Abschaffung von Kernwaffen, humanitäre Zusammenarbeit sowie zivile Austauschprogramme zwischen Nord und Süd. Zudem wird eine gemeinsame Reaktion auf den Klimawandel und Naturkatastrophen gefordert.

Die diesjährige Konferenz markiert das 40. Jubiläum des offiziellen Treffens von Christen aus Nord- und Südkorea im Jahr 1986 in Glion, Schweiz, das durch den World Council of Churches vermittelt wurde. Der Generalsekretär des World Council of Churches betonte, dass der Glaube Brücken bauen könne, selbst dort, wo die Politik Mauern errichtet habe. Er erklärte, dass Frieden ohne Gerechtigkeit lediglich ein durch Macht erzwungenes Schweigen sei und dass die Anerkennung gegenseitigen Leids sowie die Würde des Einzelnen Voraussetzungen für eine Versöhnung seien.

Die Generalsekretärin der Christian Conference of Asia bezeichnete die über 70 Jahre währende Teilung der koreanischen Halbinsel als menschliche, moralische und spirituelle Tragödie. Sie wies auf die fortbestehenden Realitäten von getrennten Familien, militärischen Konfrontationen und der Bedrohung durch Atomwaffen hin. Sie forderte, dass die Halbinsel nicht als Bühne für geopolitische Wettbewerbe oder die Interessen von Großmächten dienen dürfe.

Obwohl der direkte Austausch zwischen den Kirchen des Nordens und Südens derzeit faktisch unterbrochen ist, gibt es Ansätze für eine Wiederaufnahme. Der Generalsekretär des World Council of Churches traf sich am 11. September mit der südkoreanischen Premierministerin. In diesem Gespräch wurde die Möglichkeit erörtert, den Austausch in lebensnahen Bereichen wie humanitärer Hilfe, dem Klimawandel und sozialen Fragen wieder aufzunehmen, anstatt mit politisch schwierigen Themen wie einer sofortigen Vereinigung zu beginnen.

Laut dem World Council of Churches ging im August eine Nachricht der Korean Christian Federation aus Nordkorea ein, die zum 78. Gründungsjubiläum gratulierte und den Wunsch nach fortgesetzter Freundschaft und Solidarität äußerte. Der World Council of Churches wertet dies als ermutigendes Zeichen und sucht nach Möglichkeiten für direkte Begegnungen zwischen Christen beider Seiten. Die Teilnehmenden der Konferenz führten am 12. September zudem eine Friedenspilgerreise im Bereich der entmilitarisierten Zone durch.