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Weltkirche · 12. Oktober 2026

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Schwestern der Borromeo-Kongregation säen Frieden in Jerusalem

An old world map showing continents and oceans
The New York Public Library / Unsplash

Schwestern der Borromeo-Kongregation haben seit vielen Jahrzehnten Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in Jerusalem betreut. Fast vierzig Jahre lang pflegten sie etwa 140 Kinder, die überwiegend aus ostjerusalemischen und Altstadt-Vierteln stammen und muslimischen Glauben angehören. Nur etwa ein Fünftel der Kinder sind Christen verschiedener Konfessionen. Der Kindergarten verbindet pädagogisch die Begegnung mit verschiedenen ethnischen und religiösen Kulturen. Im Dezember lernen die Kinder Weihnachtslieder auf Arabisch, Englisch und Deutsch, während im Ramadan sie Laternen basteln. Im Jahr 2023 erschütterte der Nahostkonflikt die fragile Friedensarbeit, weil Kriegstraumen zuerst die Kinder treffen. Die Schwestern bieten einen sicheren Ort, an dem die Kinder Heilung, Wachstum und kindliches Spiel erfahren dürfen.

Sie geben liebevolle Fürsorge, stabile Strukturen, kreative Aktivitäten und emotionale Unterstützung, um Hoffnung und Resilienz zu stärken. In diesem Alter bilden sich neuronale Bahnen, die das Bild des Anderen prägen; wenn ein muslimisches oder christliches Kind nicht als Feind, sondern als Spielkamerad erlebt wird, bleibt Hass schwer zu verankern. Nach zwei Wochen bewaffneter Auseinandersetzungen öffnete die Schwestern den Kindergarten wieder, als israelische Schulen und Kitas freigegeben wurden. Die Rückkehr rief gemischte Gefühle hervor: Angst vor Reaktionen israelischer Nachbarn und Freude über das offene Tor für Familien. Die Reaktion der israelischen Nachbarschaft war überraschend positiv; viele fühlten Stolz und wurden durch das Lachen der Kinder berührt.

Die Schwestern mussten den bisherigen arabischen Sicherheitsmann entlassen, weil Unruhe über seine Zugehörigkeit bestand, und stellten sich selbst an die Kindergartentür, um Sicherheit zu gewährleisten. Ein Junge sagte nach der Wiedereröffnung: „Ich bin so froh, wieder in den Kindergarten zu kommen! Du weißt ja, unser Haus steht im Krieg.“ Die Schwestern bewahren den Alltag, fördern interreligiösen Dialog und sehen in ihrer Arbeit ein „Vertrauensgrün“ für Kinder in Jerusalem. Sie betonen, dass das gemeinsame Leben ohne Rücksicht auf Herkunft ein natürlicher Ausdruck christlicher Werte ist und dass kulturelle Vielfalt ihre Gemeinschaft bereichert.