Weltkirche · 27. Oktober 2026
Predigt betont Liebe zu Gott und Nächsten als Kern des christlichen Glaubens
In einer am 25. Oktober 2026 gehaltenen eucharistischen Feier wurde die zentrale Botschaft verkündet, dass das Gebot, Gott und den Nächsten zu lieben, die zusammenfassende Antwort auf die Frage nach dem Wichtigsten im christlichen Leben darstellt. Die Ansprache richtete sich an Zuhörende, die die Übertragung über den Radiosender Espace 2 verfolgten, und stellte klar, dass das wahre Maß des Glaubens nicht nur in Worten an Gott, sondern in der konkreten Liebe zu den Menschen besteht, die einem auf dem Lebensweg begegnen.
Es wurde deutlich herausgearbeitet, dass es unmöglich ist, Gott zu lieben und gleichzeitig den Bruder oder die Schwester zu verachten. Diese Unvereinbarkeit wurde mehrfach betont: Man könne nicht die Güte des Herrn in der Kirche besingen und zugleich Bosheit in der Familie säen. Ebenso wenig sei es möglich, den Leib Christi während der Messe zu empfangen und jede Versöhnung mit dem Nachbarn zu verweigern. Dies wurde als die eigentliche Herausforderung des Glaubens bezeichnet. Der Verweis auf die erste Lesung unterstrich, dass Gott die Fürsorge für Fremde, Witwen, Waisen und Arme fordert, da er keine Religion wünscht, die mit zum Himmel erhobenen Händen betet, aber Augen und Herz vor menschlichem Leid verschließt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Interpretation des Psalms, in dem Gott als Kraft besungen wird. Die Predigt erläuterte, dass sich diese Liebe zu Gott dadurch zeigt, dass man ihn in eigenen Prüfungen als Stärke erfährt und selbst zur Kraft für andere wird, insbesondere für jene, die entmutigt, einsam, krank oder vergessen sind. Es wurde angemerkt, dass Menschen oft keinen großen religiösen Vortrag erwarten, sondern schlicht einen Anruf, einen Besuch, ein tröstendes Wort, eine aufrichtige Vergebung oder eine ausgestreckte Hand benötigen. Diese Personen wurden als der Nächste identifiziert, den zu lieben Gott gebietet.
Hinsichtlich des Evangeliums wurde ausgeführt, dass die Aufforderung zur Nächstenliebe nicht auf jene beschränkt ist, die einen selbst lieben, ähnlich denken oder Dienste erweisen. Vielmehr bedeute es, im anderen eine gleiche Würde anzuerkennen, selbst wenn Unterschiede stören oder Verhaltensweisen verletzen. Dabei wurde präzisiert, dass Lieben nicht bedeutet, alles zu akzeptieren oder das Böse zu billigen. Wahre Liebe wolle das Wohl des anderen, sage die Wahrheit mit Respekt, wisse zu vergeben und suche den Frieden, ohne auf Gerechtigkeit zu verzichten.
Abschließend wurde auf den zweiten Lesungstext verwiesen, der die Thessalonicher lobt, weil sie das Wort Gottes aufgenommen haben und zu Zeugen des Glaubens geworden sind. Daraus wurde abgeleitet, dass das Leben der Gläubigen selbst zur Guten Nachricht für andere werden soll. Besonders im Kontext der Missionsschule in Saint-Gingolph wurde betont, dass Mission dort beginnt, wo das Leben zum Zeugnis der Liebe wird. Dies geschehe in Familien, Gemeinschaften, am Arbeitsplatz und in täglichen Begegnungen, immer dann, wenn man sich entscheide, eine Brücke zu bauen, anstatt eine Mauer zu errichten. Die Zuhörenden wurden aufgefordert, konkrete Schritte zu tun, wie etwa unerwartete Liebesdienste zu erweisen, zu vergeben oder Leidende zu trösten, um am Ende des Lebens sagen zu können, man habe versucht, Gott durch die Liebe zu den Geschwistern zu dienen.