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title: Katholiken kritisieren Vox Ethica wegen Position zur Neutralitätsinitiative
url: https://www.faithfulnews.com/de/katholiken-kritisieren-vox-ethica-wegen-position-zur-neutralitatsinitiative
published: 2026-09-16T14:29:42+00:00
language: de
section: Weltkirche
source: https://cath.ch/newsf/initiative-sur-la-neutralite-des-catholiques-critiquent-vox-ethica-2026-09-14
organizations: Vox Ethica, Bewegung für Neutralität, Konferenz der Schweizer Bischöfe, Zentralkommission der Katholiken der Schweiz, Aktion der Fastenopfer, bene.swiss
publisher: FaithfulNews
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# Katholiken kritisieren Vox Ethica wegen Position zur Neutralitätsinitiative

Eine Gruppe von Katholiken hat die offizielle Stellungnahme des kirchlichen Dienstes Vox Ethica zur Initiative über die Neutralität scharf kritisiert. In einem offenen Brief, der auf der Website bene.swiss veröffentlicht wurde, äußern die Autoren ihr Erstaunen und ihre Unverständnis über die Position von Vox Ethica. Die Initiative zielt darauf ab, die Neutralität der Schweiz zu stärken und zu schützen. Vox Ethica, das im Juni 2025 von der Schweizer Bischofskonferenz, der Zentralkommission der Katholiken der Schweiz und Aktion der Fastenopfer gegründet wurde, hatte sich am 26. August 2026 gegen die Initiative ausgesprochen. Der Dienst argumentierte, dass die Annahme des Textes die internationale Sicherheit und das Engagement für den Frieden schwächen würde. Zudem würde ein Verbot von wirtschaftlichen oder finanziellen Sanktionen gegen bestimmte Länder den Kapitaltransfer und die Finanzierung von Kriegen erleichtern. Die Unterzeichner des offenen Briefes, darunter Marcel Helfenstein, Vroni Thalmann-Bieri und Istvan Hunter, widersprechen dieser Position vehement. Sie argumentieren, dass wirtschaftliche Sanktionen oft die zivile Bevölkerung treffen und Leid verursachen. Jesus Christus hätte solche kollektiven Strafmaßnahmen nicht gebilligt, sondern stattdessen einen unbedingten Dialog mit allen Konfliktparteien gesucht.

Die Neutralität sehe die Unterzeichner als das wichtigste Werkzeug, um diesen Dialog zu fördern. Die Katholiken kritisieren auch die Annäherung der Schweiz an militärische Bündnisse wie die NATO. Sie verstehen nicht, wie eine engere Zusammenarbeit mit der NATO, die ihrer Meinung nach zu einer aggressiven Allianz geworden ist, mit katholischen Werten vereinbar sein soll. Die Unterzeichner fordern die Verantwortlichen der katholischen Kirche in der Schweiz auf, sich auf ihre eigentliche Mission zu besinnen: die Verkündigung des Friedens und die Förderung des Dialogs, anstatt sich in geopolitische Debatten verwickeln zu lassen. Die Unterzeichner betonen, dass es nicht die Aufgabe der katholischen Kirche oder von Vox Ethica sei, den Bürgerinnen und Bürgern vorzuschreiben, wie sie bei Abstimmungen zu wählen haben. Wenn kirchliche Institutionen sich als parteiische politische Akteure positionieren, verlieren sie ihre spirituelle Glaubwürdigkeit und spalten die Glaubensgemeinschaft. Vox Ethica hat auf den offenen Brief reagiert. Der Dienst betont, dass er den Gläubigen nicht vorschreibt, wie sie zu wählen haben. Vox Ethica respektiert, dass andere Christen auf Basis des gleichen Glaubens zu unterschiedlichen politischen Schlussfolgerungen gelangen können. Gleichzeitig lehnt der Dienst die Idee ab, dass religiöse oder ethische Stimmen sich grundsätzlich aus gesellschaftlichen Debatten zurückziehen sollten.

Eine ähnliche Kontroverse war bereits im Zusammenhang mit der Abstimmung über die Verantwortung von multinationalen Unternehmen aufgekommen. Damals hatten einige Stimmen die Position bestimmter Kirchen und den politischen Einsatz religiöser Institutionen kritisiert. Die Initiative „Die Neutralität der Schweiz wahren (Initiative über die Neutralität)“ strebt eine strengere Praxis in Bezug auf die Neutralität an. Sie will in der Verfassung verankern, dass die Neutralität der Schweiz dauerhaft und bewaffnet ist. Die Schweiz soll keiner militärischen oder defensiven Allianz beitreten oder mit einer solchen Allianz zusammenarbeiten. Eine Zusammenarbeit ist jedoch möglich, und zwar nur im Falle eines militärischen Angriffs auf das Land oder bei Handlungen, die auf einen solchen Angriff vorbereiten. Die Schweiz soll nicht an militärischen Konflikten zwischen Drittstaaten teilnehmen noch Sanktionen gegen einen kriegführenden Staat verhängen, vorbehaltlich der Sanktionen der Vereinten Nationen (UNO) und der Maßnahmen zur Vermeidung von Sanktionen. Schließlich soll die Schweiz ihre Neutralität für Vermittlungszwecke nutzen.

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