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title: Carlos de Sigüenza y Góngora: Ein Pionier der katholischen Wissenschaft
url: https://www.faithfulnews.com/de/carlos-de-siguenza-y-gongora-ein-pionier-der-katholischen-wissenschaft
published: 2026-09-15T11:21:48+00:00
language: de
section: Kultur und Ideen
source: https://www.omnesmag.com/actualidad/cientificos-catolicos-carlos-de-siguenza-y-gongora/
organizations: Jesuiten, Real y Pontificia Universidad de México, Hospital del Amor de Dios
publisher: FaithfulNews
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# Carlos de Sigüenza y Góngora: Ein Pionier der katholischen Wissenschaft

Carlos de Sigüenza y Góngora, geboren 1645 in Mexiko-Stadt und gestorben 1700, gilt als eine der prägendsten Persönlichkeiten für die Verbindung von katholischem Glauben und moderner Wissenschaft in der spanischsprachigen Welt. Er stammte aus einer Familie, deren Vater als Tutor der königlichen Familie in Madrid tätig war. Seine Ausbildung absolvierte er bei den Jesuiten in Tepotzotlán und Puebla, wurde jedoch 1667 wegen Disziplinlosigkeit entlassen. Trotz dieser Trennung blieb er der ignatianen Spiritualität und dem katholischen Glauben treu. 1668 veröffentlichte er sein erstes Werk, Primavera indiana, das der Jungfrau von Guadalupe gewidmet war, und wurde 1673 zum weltlichen Priester geweiht.

Noch vor seiner Priesterweihe studierte er an der Königlichen und Päpstlichen Universität von Mexiko, wo er so herausragend war, dass er 1672 die Lehrkanzel für Mathematik und Astrologie erhielt. Dieses Amt bekleidete er zwanzig Jahre lang. Darüber hinaus war er Seelsorger im Krankenhaus Amor de Dios und königlicher Kosmograph unter Karl II. Für diesen erstellte er die erste allgemeine Karte von Mexiko-Stadt sowie verschiedene Pläne und wasserbauliche Projekte für den See und das Tal, die der Hochwasservorbeugung dienten. Er nahm auch an wissenschaftlichen Expeditionen teil, darunter eine im Jahr 1693 in den Golf von Mexiko und nach Florida, wo er Seekarten für Pensacola und den Mississippi anfertigte.

Sigüenza y Góngora setzte sich zudem dafür ein, Aberglauben von der Wissenschaft zu trennen. Als 1680 ein großer Komet auftrat, verfasste er 1681 sein philosophisches Manifest gegen die Kometen, um die Angst der Bevölkerung zu lindern und das Phänomen wissenschaftlich zu erklären. Später schrieb er sein Meisterwerk, die Libra astronómica y filosófica von 1690, das dazu beitrug, die Astronomie von der Astrologie zu lösen und die Wissenschaft in der spanischsprachigen Welt zu festigen. 1675 leitete er die ersten dokumentierten Ausgrabungen in Teotihuacán und gründete die erste Zeitung der Neuen Spanien, den Mercurio Volante. Während des Volksaufstands in Mexiko-Stadt 1692 riskierte er sein Leben, um die Archive des Stadtrats vor einem Brand zu retten. In seinen letzten Jahren sammelte er Materialien für eine Geschichte des alten Mexikos, um die indigene Vergangenheit der Region zu würdigen, doch sein Tod unterbrach dieses Vorhaben.
